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Vorderlader / Schwarzpulverschiessen

Vorderlader gehören zu den traditionellen Disziplinen, die sowohl national wie auch international in Weltmeisterschaften geschossen werden. Auch diese Schusswaffen sind im Waffengesetz festgelegt und unterliegen den Regeln der Sportordnung des DSB. Für sie gelten besondere Sicherheitsvorschriften, da hier keine Patronen geladen werden, sondern, voneinander getrennt, Schwarzpulver und Bleigeschosse. Der Umgang mit Schwarzpulver unterliegt in Deutschland dem Sprengstoffgesetz und bedarf einer besonderen Erlaubnis.

Alle Entwicklungsstufen der Vorderladerwaffen seit der Erfindung (oder Entdeckung) des Schwarzpulvers in Europa im 13. / 14. Jahrhundert können hier geschossen werden. Man unterscheidet sie nach Art ihres Zündmechanismus in:

- Luntenschlosswaffen (14. – 18. Jahrhundert)

- Steinschlosswaffen (15. – 19. Jahrhundert)

- Radschlosswaffen (16. – 17. Jahrhundert)

- Perkussionswaffen (19. Jahrhundert)



Es gibt beim DSB 14 sportliche Disziplinen für Lunten-, Steinschloss- und Perkussionswaffen, sowohl bei Pistolen und Revolvern als auch bei Gewehren (Kugel und Langgeschoss) und Flinten. Bis auf Flinten können beim SV Süßen alle Vorderladerdisziplinen geschossen werden.

Bei Vorderladerpistolen, -revolver und -gewehre wird, bis auf Musketen und Luntenschlosswaffen, auf dieselben Scheiben geschossen wie bei den Großkaliberpatronenwaffen. Musketen haben wie Flinten keine Kimme, es wird nur über das Korn visiert. Entsprechend sind die Scheiben hier größer, wobei die „Zehn“ dennoch nur 80 mm im Durchmesser hat. Geschossen wird auf 50 m.

 


Wesentliche Bedingung für die Genehmigung nach dem Waffengesetz und Zulassung für sportliche Wettkämpfe ist, dass die Vorderlader einem Original von vor dem Jahr 1871 entsprechen müssen, sowohl von ihrem Äußeren als auch von der Visierung her. Es muss jedoch kein Original sein, ein originalgetreuer Nachbau mit Werkstoffen, die schon damals verwendet wurden, genügt.

Auch Kalibertreue ist gefordert. Vom Kaliber .31 (7,9 mm) für Scheibenpistolen bis zum Kaliber 19 mm für Musketen ist alles vertreten. Und sollte jemand glauben, dass man mit den alten Waffen nicht treffen könne, der sollte sich einmal die Scheiben ansehen, die bei den Deutschen Meisterschaften in Pforzheim geschossen werden. Der Rekord steht schon lange bei 150 von 150 möglichen Ringen auf 50 m mit dem Perkussionsgewehr und wurde schon mehrfach geschossen.

Wobei hier nicht der angerissene Ring zählt. Es gilt die Zentrumswertung, wonach die Kugelmitte auf dem Ring einer Scheibe sitzen muss.

In Deutschland werden Serien mit 15 Schuss geschossen, wobei alle Treffer zählen. International gilt noch die alte Regel mit 13 Schuss, wobei die zehn besten Treffer gewertet werden.

  Die Vorderladerzeit endete mit den ersten funktionsfähigen Metallpatronen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurden und nach 1850 durch Smith & Wesson mit ihren ersten Revolvern in größerer Stückzahl zum Einsatz kamen. Militärisch wurden sie jedoch noch um 1870 verwendet.


Links :

Deuscher Schützenbund e.V. (DSB)   https://www.dsb.de/     (*1)

Württembergischer Schützenverband (WSV)  https://www.wsv1850.de/   (*1)

Bundesverwaltungsamt, Sportordnung DSB:  https://www.bva.bund.de/DE/Services/Buerger/Ausweis-Dokumente-Recht/Waffenrecht/Schiesssport/_functions/tabelle_bild_dsb.html  (*1)

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